vegan auf Fünen

Fünen
Dieses Jahr waren wir, zwei Erwachsene und zwei Kinder im Alter von 5 und 10 Jahren, für sechs Nächte auf Fünen. Außerdem haben wir des veganen Essens wegen einen kurzen Abstecher nach Fredericia auf der Halbinsel Jütland gemacht und auf dem Rückweg dem Legoland in Billund einen Besuch abgestattet. Nach unserem Urlaub auf Bornholm mit 5 Erwachsenen und fünf Kindern ist dies unsere zweite Dänemarkreise. Wir waren mit dem Auto unterwegs.
Fünen ist die drittgröße Insel Dänemarks, Odense die größte Stadt auf Fünen und gleichzeitig die drittgrößte Dänemarks. Der höchste „Berg“ der Insel ist der Frøbjerg Bavnehøj mit einer Höhe von 131 Metern. Möchte man halbwegs warme Temperaturen haben, ist die Zeit von Mai bis September die beste Reisezeit.
Unterkunft
Bei längeren Aufenthalten bevorzugen wir Ferienhäuser, haben aber dieses Jahr etwas spät geschaut und gebucht. So bekamen wir leider nur noch ein Haus für sieben Tage inklusive An- und Abreisetag. 14 Tage wären wünschenswert gewesen. Daher sollten Interessierte sich sehr früh kümmern. Oft sind übrigens weder Bettwäsche, Hand- noch Geschirrtücher inbegriffen. Mietet man diese, kostet das meist viel Geld, ein Grund für uns mit dem Auto zu fahren und außer den üblichen Vorräten auch eigene Wäsche mitzunehmen. Außerdem ist bei Abreise der verbrauchte Strom zu bezahlen. Ob das Stromgeld in bar gewünscht wird, muss unbedingt vorab erfragt werden. Dieses Mal mussten wir den Zähler bei Ankunft und Abreise fotografieren. Die Strompreise sind recht hoch.
Natürlich kann man auf Fünen auch campen, in einem Hotel oder einem B&B übernachten. Außerdem werden „Shelters und Naturlagerplätze“ sowie Ferienhäuser und Wohnungen auf der Fünenseite angeboten. Wir haben bei „casamundo“ gebucht, wurden aber auf „campaya“ weitergeleitet und waren insgesamt unzufrieden, zumal die Beschreibung des Ferienhauses nicht mit der Realität übereinstimmte.
Vegan auf Fünen
Zuvor hatten wir nach Restaurants Ausschau gehalten. „Happy Cow“ ist hier übrigens keine große Hilfe, zumal auch Restaurants aufgeführt sind, die es gar nicht mehr gibt, auch „Trip Advisor“-Angaben sollten vorab geprüft werden, indem das jeweilige Restaurant vorab kontaktiert wird.
Der Fleischkonsum in Dänemark ist nach wie vor beträchtlich und es wird auch viel Fisch verzehrt. Zum Glück gibt es inzwischen in allen Supermärkten ein gutes veganes Angebot, vor allem bei „Meny“. Aber eine hohe Mehrwertsteuer führt auch zu recht hohen Preisen. So nahmen wir mal wieder eine Vorrats- und eine Haushaltskiste mit. In der Vorratskiste befanden sich u.a. vegane Kochsahne, Tortellini, Gnocchi, Aufstriche, Aufbackbrötchen, Kaffee, Haferdrink, passierte Tomaten, Salz, Pfeffer, Oregano, Gemüsebrühe, Müsli.
Restaurants und Cafés
Odense
Das erste Mal etwas Veganes haben wir in Odense im Lagkagehuset, Vestergade 1 im Zentrum, gegessen, eine Kette, die es überall in Dänemark gibt. Dort gibt es Pflanzendrink für den Kaffee und den Kakao sowie belegte Brötchen und eine kleine Auswahl an Kuchen.
Ebenfalls eine veganes Angebot bietet das Café Den Lille Smalle in der Vestergarde 5.
Abends hatten wir vorab online im Café Kosmos reserviert. Zweimal wurde die Uhrzeit durch das Café geändert, aber schließlich saßen wir um 18 Uhr an unserem reservierten Tisch.
Leider war nicht alles auf der Speisekarte stehende tatsächlich im Angebot, das war bedauerlich. Trotzdem schmeckte es und alle wurden satt. Allerdings muss festgestelt werden, dass vegan in Dänemark vorwiegend Bowls, Burger, Salate oder Suppen bedeutet. Kein Vergleich mit der einfallsreichen veganen Küche Frankreichs.
Vegane Gerichte (siehe Speisekarte) bietet auch das indische Restaurant Paprika. Besucht haben wir es nicht. Das Kærnehuset gehört zur vegetarischen Gesllschaft Dänemarks und bietet (leider nur) am ersten Dienstag im Monat etwas Veganes an. Das erfuhren wir, als wir vorab per Mail reservieren wollten.
Sicherlich interessant ist wohl auch die „gemütlichste Straße Dänemarks„, wo es ein italienisches Restaurant gibt, das auch vegane Pizza anbietet.
Haarby
Im Café Kammas in der Løgismose Skov 14 in Haarby kann man auch vegan essen. Uns offerierten sie ein gegrilltes Sandwich mit gebackenen Auberginen, Pesto und Salat an. Das war äußerst freundlich, aber wir haben das Angebot nicht angenommen, denn ein Sandwich und Salat können wir wesentlich preiswerter selbst herstellen, ohne dafür auch noch 52km zurücklegen zu müssen.
Fredericia
Am besten geschmeckt hat es uns im Mair’s in Fredericia (siehe oben). Das liegt zwar nicht auf Fünen, war aber nicht weit von Middelfart entfernt, wo wir den Großteil eines Tages verbrachten.
Unterwegs mit Kindern
Dänemark ist ausgesprochen kinderfreundlich: Restaurants bieten Papier und Stifte, selbst in der kleinsten Ortschaft findet sich ein Kinderspielplatz mit Sitzgelegenheiten für die Erwachsenen, in den Sandkisten ist immer Sandspielzeug vorhanden.
Da unser Ferienhaus nur 100m vom Strand entfernt lag, wir waren in Hasmark Strand, verbrachten wir natürlich oft Zeit dort. Hasmark selbst bietet aber auch eine Menge Aktivitäten und Spaß für Kinder.
Odense
Das tut übrigens auch Odense. Da wir nur kurz in Dänemark waren, konnten wir nicht alles ausprobieren. Natürlich ist das Hans Christian Andersen Haus ein Muss. Hier hatten die Kinder viel Spaß, wir Erwachsenen übrigens auch, und wir hielten uns dort gut sechs Stunden auf. Auch „Museum für Kinder“ beherrschen die Dänen bestens. Man kann einen Audioguide bekommen, der in der gewünschten Sprache durch die Ausstellung führt. Andersens Leben wird eingangs mit vielen Fotos und kurzen Texten dargestellt und wir „Großen“ haben Neues und Überraschendes über ihn erfahren. Allen bekannten Märchen ist jeweils ein „Raum“ gewidmet. Außerdem gibt es einen riesigen Verkleidungsraum mit wunderschönen, fantasievollen Kostümen für Kinder und Erwachsene. Weiter oben, das Musuem ist barrierefrei, es gibt also auch einen Fahrstuhl, befindet sich eine Art Picknickareal mit Tischen. Kinderhochstühlen und Bänken, Steckdosen zum Laden der Smartphones und ganz oben bietet ein Atelier diverse Aktivitäten für die Kinder. Umgeben ist das alles von einem schön angelegten Garten. Wir empfehlen, die Tickets vorab online zu erwerben.
Einen Besuch wert ist das Fynske Landby, ein aus 25 Original-Gebäuden und Gebäudekomplexen bestehendes, dem Leben im 19. Jahrhundert nachempfundenes Dorf. Hier gibt es viel zu sehen, zu erfahren und zu lernen. So können in kleinen Workshops u.a.Farben aus Pflanzen gewonnen, Körbe aus Stroh geflochten und Kerzen gezogen werden.
Middelfart
Middelfart liegt direkt am Kleinen Belt. Hier bietet die direkt am Hafen gelegene KulturØen (Kultur Insel) außer der Touristeninformation, der Bibliothek und einem Café eine Menge kostenlose, interessante Aktivitäten für Kinder. Die Website (s. vorherige Zeile) listet diese für jede Jahreszeit sowie getrennt für gutes und schlechtes Wetter auf.
Für 14 Uhr hatten wir in der Bolcherie, die zuckerfreie Bonbons und Lutscher verkauft, einen Termin für einen Kinderworkshop zur Herstellung eines eigenen Lutschers. Das war ein tolles Erlebnis für die beiden und wir fragen uns, wie lange es wohl dauern wird, bis die Riesenteile endlich vollständig gelutscht sind. Wir durften diverse Bonbons probieren und haben auch welche gekauft. Toll, die große Auswahl an Süßigkeiten ohne Zucker.

Legoland
Am letzten Tag verließen wir das Ferienhaus und fuhren ins gut 100km entfernte Billund. Wir hatten online Tickets gebucht. Ein Besuch im Legoland ist keine preiswerte Angelegenheit. Unbedingt darauf achten, direkt auf der Legolandseite zu buchen und nicht auf der anderer Anbieter. Bei Anreise mit dem Auto empfehlen wir die Buchung des „priority parking“, was zar etwas kostet, aber den Weg vom Parkplatz zum Eingang massiv verkürzt. Will man lange Wartezeiten an den Fahrgeschäften vermeiden, kann auch hier gegen Geld „priority“ gebucht werden. Darauf haben wir verzichtet. Natürlich kann man im Legoland auch übernachten, aber wir finden, dass ein Tag völlig ausreicht.
Die Kinder genossen diesen Aufenthalt in vollen Zügen. Uns Erwachsenen gefielen das wirklich schöne Miniland, wo berühmte Gebäude, ganze Straßenzüge und vieles mehr nachgebaut wurde, sowie sämtliche anderen Legotiere und -wesen.
Der Eiffelturm weckte Erinnerungen an unseren Parisaufenthalt.
Das Legoland bietet viele Fahrgeschäfte, Spielplätze, aber auch unzählige Verkaufs- und Imbissbuden, „Restaurants“ und Cafés sowie die üblichen Geschäfte zum Erwerb von Souvenirs, Kleidung und Spielzeug. Über das Gelände verteilt finden sich Duplo-Baumöglichkeiten, Picknickzonen und Sitzbänke. Mit den „normalen“ Legosteinen kann in der „Brick Street“ zu unterschiedlichen Themen gebaut werden.
Vegan gegessen haben wir kurz vor der Heimfahrt nach Deutschland im „Burger Kitchen“, übrigens nicht die einzige Möglichkeit, etwas Veganes zu bekommen. Die Kinder mochten die Legeosteinen nachempfundenen Pommes Frites, wir Erwachsenen aßen aus Kostengründen einfache Pommes.




























