Dein Projekt, Dein Guide Vegan leben
Nina Tamara Schneider
Dein Projekt. Dein Guide.
Vegan leben – from zero to hero
144 Seiten
Verlag: Ulmer (20.06.2025)
ISBN: 978-3-8186-2467-5
Die Autorin, eine Ernährungswissenschaftlerin, lebt seit vielen Jahren vegan. Ihr Buch ist für Einsteiger*innen konzipiert. Es ist sowohl ein informatives Sachbuch als auch ein Ratgeber. Laut Inhaltsverzeichnis bietet es außer dem meist üblichen Vorwort und einem alphabtischem Register, das ausführlicher sein könnte, drei sogenannte Level, die es zu „erklimmen“ gilt
Das erste Level ist ein recht ausführlicher Einstieg, informiert über die Lebens- und Haltungsweise von Tieren sowie deren von Menschen genutzten Erzeugnissen, gefolgt von weiteren Informationen, Tipps und schließlich einer einmonatigen Challenge, die durch vorgegebene Raster und Tabellen eigene Eintragungen ermöglicht bzw. erfordert.
Hier kommt nun unsere Kritik: Wir vermissen z.B. die wichtige Erklärung, dass Seitan nicht für Menschen mit Zöliakie geeignet ist! Auch der Tipp zum Herstellen veganer Sahne meint eigentlich Kochcreme und das erzielte Produkt ist nicht aufschlagbar. Die oft erwähnten Ersatzprodukte sind zwar hilfreich, aber man verursacht durch den Kauf auch viel Verpackungsmüll. Außerdem enthalten sie oft sehr viel Salz und sogar Zucker und sind zudem leider oft sehr teuer. Gut finden wir die Vitamintabelle, die zunächst einen Überlick verschafft.
Haben die Lesenden 30 Tage lang erfolgreich mitgearbeitet und gelernt, haben sie Level 2 erreicht. Hier wird nun ein erster eigener Ernährungswochenplan aufgestellt und es gibt Tipps zum Reflektieren.
In Level 3 werden die Lesenden zu einer Art Fachkraft für vegane Ernährung. Hier gibt es noch einmal eine ausführlichere Vitamintabelle, die auch gut mit der aus Level 1 hätte kombiniert werden können. Außerdem können die zukünftigen vegan Essenden ihre liebsten veganen Alternativen für Fleich, Fisch, Milch, Käse usw. eintragen. Auch hier handelt es sich wieder um gekaufte Produkte. Den Platz für Ei- und auch für Fisch-Alternativen halten wir viel zu groß.
Wird oft auf zu kaufende Ersatzprodukkte hingewiesen, fehlen bei den Ratschlägen zum Ersetzen von Eiern aber leider die wirklich guten Ei-Ersatzpulver sowie das einfachste Mittel, nämlich Speisestärke! Auch muss doch beim Ersetzen von Eiern auch erwähnt werden, dass ein Ei in einem Teig / einem Essen immer eine bestimmt Funktion erfüllt, wie zum Beispiel das Binden der anderen Zutaten. Natürlich kann man mit (aber wie viel) Apfelmus Ei ersetzen, jedoch nur in Süßspeisen.
In Level 3 finden die Lesenden dann noch Saisonkalender für Obst und Gemüse.
Gut finden wir im dritten Level, den Hinweis, darauf, welche Blutwerte man als vegan lebender Mensch regelmäßig überprüfen lassen sollte. Leider wird der Holo-TC nicht wirklich erklärt und es fehlt der Hinweis, dass man diesen wichtigen Test oft selbst bezahlen muss sowie der Hinweis darauf, dass es Menschen gibt, die B12 gespritzt bekommen müssen, weil ihr Körper oral aufgenommenes nicht verarbeitet.
Alles in allem mag dieses Buch hilfreich sein, weist aber gleichzeitig auch Schwächen auf. Der Titel „vegan leben“ passt unseres Erachtens nicht so wirklich, denn das bedeutet, dass grundsätzlich auf tierische Produkte/ Materialien wie Leder, Federn und Daunen, Wolle und Seide usw. verzichtet wird.
Der Verlag hat uns das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir haben uns zu diesem Buch unsere eigene Meinung gebildet, diese Rezension selbst verfasst und uns dabei weder des Klappentextes noch der Verlagsinformation bedient.
Aus dem Ulmer Verlag haben wir auch „Öfter mal die Sau rauslassen“ sowie „Kneten Backen Gut!“ vorgestellt,
ACHTUNG WERBUNG: Dieser Link führt zum Titel mit Leseprobe und Bestellmöglichkeiten auf der Verlagshomepage, dieser Link führt zur Verlagshomepage. Natürlich kann das Buch auch über die örtliche Buchhandlung bestellt werden.
