Vegan in Metz
Vegan in Metz
Mit dem Auto nach Frankreich
Wichtig ist für eine Autoreise die Umweltplakette, die innen an der Windschutzscheibe befestigt wird. Sie nicht viel und wird postalisch zugestellt. Sollte sie nicht rechtzeitig im Briefkasten liegen, kann man die Rechnung (Facture) ausdrucken, die per Mail geschickt wird, und aufs Armaturenbrett legen. Bei der Beantragung sollte man den Fahrzeugschein zur Hand haben. Erwähnenswert ist außerdem, dass wir insgesamt nur 9€ Mautgebühren bezahlt haben.
Metz
Wir hatten diesen Sommer leider nur Zeit für eine gemeinsame Urlaubswoche. Da bot sich von der Entfernung her Metz an, von wo wir am dritten Tag weiter nach Nancy fuhren.
Die Universitätstadt Metz liegt wunderschön an Mosel und Seille, ist die Heimat der Quiche Lorraine, die Mirabellenhauptstadt Frankreichs und Hauptstadt des Departements Moselle, Hauptort von Lothringen, das seit der französischen Gebietsreform 2016 zusammen mit dem Elsass und der Champagne die Region Grand Est bildet. Mit gut 123.000 EinwohnerInnen ist die Stadt überschaubar und gut mit dem ÖPNV oder zu Fuß zu „erobern“. Metz gehört mit seinen 625 ha Grünfläche, seinen unzähligen Parks, Gärten und Plätzen zu einer der grünsten Städte Frankreichs. Außer vielen Spielplätzen bietet Metz auch eine Menge Wassersportaktivitäten sowie Museen.
Unterkunft
Bei längeren Aufenthalten bevorzugen wir eine Ferienhaus. Da wir sonntags an- und mittwochs wieder abreisten, buchten wir ein Apartment in einem Hotel mit Tiefgarage unweit des Bahnhofs. Uns erwartete ein geräumiges, aus zwei Zimmern bestehendes Apartment mit gut ausgestatteter Küchenzeile, Badezimmer und Toilette. Das Personal war äußerst freundlich und daher können wir das „Appart Hôtel – Residhome Metz Lorraine“ nur wärmstens empfehlen.

Vegan in Metz
Gefielen uns Hotel und Stadt wirklich gut, fanden wir jedoch das vegane Angebot dürftig, was auch die Supermärkte betrifft. So war es gut, dass wir eine Vorratskiste mit abgepacktem Scheibenbrot, diversen Aufstrichen, Müsli, Haferdrink usw. dabeihatten.
Für Sonntagnachmittag hatten wir vorab telefonisch einen Tisch für vier Personen im Verdura reserviert, wo uns versichert wurde, es gäbe vegane Optionen. Es gibt übrigens zwei „Verdura“ in Metz, eines in der 27 En Chaplerue, wo wir waren, und das „VERDURA Cathédrale“ am 7 Pl. Jean-Paul II.
Es gestaltete sich für das Personal äußerst schwierig, die angebotenen Gerichte zu veganisieren. Als Sättigungsbeilage bestellten wir drei Portionen Süßkartoffelpommes, die uns in einer so kleinen Schale serviert wurden, dass wir dachten, zwei Portionen seien schlichtweg vergessen worden. Eines Besseren belehrt, wollten wir zwei weitere Portionen ordern, um dann zu erfahren, dass keine Süßkartoffeln mehr vorrätig waren.
Das Essen schmeckte, war aber gemessen an dem, was serviert wurde, sehr teuer.

Hier die Fotos unseres Essens, man beachte die DREI Portionen Süßkartoffelpommes auf dem mittleren Foto, zählt man sie, kommt man auf ungefähr 10 pro Person.
Während unseres Stadtbummels stießen wir am Montag sehr zur Freude der Kinder auf das veganfreundliche „Too Goo“ gegenüber der Galerie Lafayette.
Abends wollten wir eigentlich im „Angkor Wat Bubble Tea“ essen, der nächste Reinfall, denn uns wurde an der Tür gesagt, dass es an diesem Tag ausnahmsweise geschlossen war. Gut, dass sich nicht weit entfernt das „O’Mezza“ befand, wo wir sehr freundlich bedient wurden und das libanesische Essen ganz hervorrragend war.
Vorsichtshalber riefen wir am Dienstag im Angkor Wat an und erfuhren, dass es ab 17 Uhr geöffnet sei.
Vormittags besuchten wir zunächst das große Einkaufszentrum „Metz Muse„. Dort erlebten wir bei Starbucks die nächste Enttäuschung: Es gab nichts Veganes zu essen. Dafür befand sich vor dem Eingang, außer einem Spielplatz, „Berliner – Das Original„, eine französische, in Deutschland gänzlich unbekannte, „Dönerkette“ mit einigen veganen und erschwinglichen Angeboten.
Im botanischen Garten fanden wir dann noch zufällig das „Buvette Botanique“, ein Café mit schmackhaften veganen Angeboten und einem Chef, der stolz auf seine Deutschkenntnisse war.

Kurz vor 17 Uhr trafen wir dann am Angkor Wat ein. Zwar standen Tische und Stühle draußen, was wir als gutes Zeichen werteten, aber es war noch geschlossen. Eine Viertelstunde später kam der Besitzer, öffnete und ließ sich erst einmal nicht blicken. Schließlich bekamen wir die Speisekarte und entschieden uns mangels veganer Auswahl alle vier für dasselbe Gericht. Was dann folgte, war irgendwie filmreif:
Noch einmal zehn Minuten später betrat eine Frau den Imbiss und verließ ihn kurz darauf mit einer Einkaufstasche wieder. Noch gut gelaunt, witzelten wir, dass sie nun für unser Essen einkaufen ginge. Und so war es. Eine gefühlte Ewigkeit später wurde unser Essen, eine herbe Enttäuschung, serviert. So gab es statt Reis Nudeln, der frittierte Tofu war zwar köstlich, aber recht sparsam verteilt. Dafür lagen Unmengen an Salat in der Pappschale, der als Gemüse galt. Die Krönung war dann die riesige Flasche Maggiwürze, die auf den Tisch gestellt wurde. Schade, kambodschanisches Essen hatten wir uns anders vorgestellt.
Auf jeden Fall muss erwähnt werden, dass wir sehr gern am Brunch im „Le jardin suspendu“ teilgenommen hätten, dieser aber sonntags nur bis 14.30 Uhr angeboten wird, was wir zeitlich nie geschafft hätten, es sei denn, wir wären mitten in der Nacht aufgebrochen. Auch das rein vegane „Délices Veggies“ konnten wir leider nicht besuchen, denn es ist nur von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.
Aktivitäten
Vorab müssen wir schreiben, dass wir während „la canicule“, der großen Hitzewelle, in Metz waren, eine Zeit, in der in Frankreich immer mehr Waldbrände ausbrachen, die kaum unter Kontrolle zu bekommen waren, Feuerwehrleute verletzte oder das Leben kostete und die Evakuierung von über 220.00 Menschen erforderte.
Es war also sehr heiß.
Gern wären wir mit den Kindern in eins der zahlreichen Schwimmbäder gegangen, aber die strengen Regeln schreiben unter anderem das Tragen einer Badekappe vor.
Wir empfehlen das „Centre Pompidou Metz“ (Achtung: dienstags geschlossen), den kostenlosen Besuch des botanischen Gartens, den „Jardin de l’Esplanade“ , einen Stadtbummel durch diese wirklich schöne Stadt mit ihren vielen für die Kinder attraktiven Brunnen, der auf jeden Fall zum Deutschen Tor führen sollte, und natürlich zum „Plan d’Eau“ und das Verweilen am bewachten „Metz Plage„, wo jedes Jahr von Anfang Juli bis Mitte August etliche Tonnen Sand aufgeschüttet werden und täglich von 11 bis 20 Uhr am Strand geplanscht, manchmal auch geschwommen werden kann und zahlreiche Aktivitäten angeboten werden. Nach 20 Uhr kann man ein paar Meter weiter in angenehmer Atmosphäre den Abend ausklingen lassen.
Jährlich im August finden die Mirabellenfeierlichkeiten statt. Über weitere Aktivitäten informiert, auch auf Deutsch, online die Touristeninformation.
ÖPNV
Wir empfehlen den Kauf eines oder mehrerer 10-Fahrten-Tickets, die z.B. in der Buchhandlung am Bahnhof gekauft werden können, Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Jedes Ticket, egal in welche Richtung, ist eine Stunde gültig. Allerdings muss es bei jedem Umstieg erneut entwertet werden. Wir fanden es mit 14,50€ für 10 Fahrten sehr günstig. Wurden nicht alle Fahrten verbraucht, kann man das Ticket zurückgeben und sich die nicht angetretenen Fahrten erstatten lassen.
Aber auch Fahrräder kann man mieten.
Metz im Bild
Hier noch ein paar fotografische Eindrücke:
Stadtbummel
Plan d’Eau und Metz Plage
Wir fahren gern nach Frankreich. Seit wir vegan unterwegs sind, haben wir bereits über Lille, Paris, unseren Urlaub in der Normandie, in der Bretagne, dort über Saint-Malo, Rennes, Dinan und Dinard, Rennes und in der Champagne berichtet. Außerdem gibt es noch Berichte über unserer dreiwöchige Loirereise, wo wir in Nantes, Angers und Umgebung, Tours,Blois und Umgebung sowie über Orléans schreiben. 2024 waren wir auf Bornholm und 2025 auf Fünen unterwegs.
Fotoquelle
1: Quelle: https://www.radiofrance.fr/francebleu/podcasts/circuits-courts-de-france-bleu-lorraine-nord/circuits-courts-de-france-bleu-lorraine-nord-a-verdura-epicerie-et-restauration-bio-7276553

























