Vegan in Nancy

Vegan in Nancy

Vegan in Nancy

Mit dem Auto nach Frankreich

Wichtig ist für eine Autoreise die Umweltplakette, die innen an der Windschutzscheibe befestigt wird. Sie kostet nicht viel und wird postalisch zugestellt. Sollte sie nicht rechtzeitig im Briefkasten liegen, kann man die per Mail geschickte Rechnung (Facture) ausdrucken und aufs Armaturenbrett legen. Bei der Beantragung sollte man den Fahrzeugschein zur Hand haben. Erwähnenswert ist außerdem, dass wir insgesamt nur 9€ Mautgebühren bezahlt haben.

Nancy

Nachdem wir Metz verlassen hatten, ging es weiter ins gut 60km entfernte Nancy.

Die Universitätsstadt Nancy ist mit gut 105.000 EinwohnerInnen noch kleiner als Metz, lässt sich gut erlaufen, mit dem ÖPNV oder einem gemieteten Fahrrad erkunden und ist für einen zwei- bis viertägigen Aufenthalt bestens geeignet.

Nancy gilt aufgrund seiner vielfältigen Architektur aus  Barock, Klassizismus, Jugenstil und Moderne als die Perle Lothringens. Die Stadt liegt an der Meurthe, dem drittgrößten Nebenfluss der Mosel.

Unterkunft

War in Metz die Unterkunft sehr gut und das vegane Essen eher nicht, erwartete uns in Nancy genau das Gegenteil. Wieder hatten wir ein Apartment mit Küchenzeile sowie einem Tiefgaragenparkplatz gemietet. Nicht schön war, dass ein Zimmer in Trockenbauweise in das andere integriert und somit fensterlos war.  Schön an unserem Zimmer im Erdgeschoss war die dazugehörende Terrasse. Während unseres Aufenthaltes arbeiteten diverse Handwerker im Hotel und der Fahrstuhl von der Tiefgarage in sämtliche Etagen des Hotels wurde repariert. Ständig mussten wir an der Rezeption um Dinge wie Geschirrspülmittel, ausreichend Besteck und Toilettenpapier bitten. Dem Kühlschrank fehlte die Tür vor dem Eisfach und es gab außer dem mit einer Glasscheibe bedeckten Gemüsefach und zwei Ablagen in der Tür keine weiteren. Das Personal empfanden wir als eher unfreundlich und hatten den Eindruck, dass es sich durchweg um Aushilfen handelte. Auch die vertrockenten Palmen im kleinen Foyer wirkten nicht gerade einladend.

Positiv erwähnen müssen wir aber die Frühstücksterrasse, auf der man auch ohne zu frühstücken sitzen konnte. die Lage im Viertel Rives de Meurthe, die gute Anbindung an den ÖPNV und die fußläufig entfernte künstlich angelegte Freizeitlandschaft am Flussufer, siehe weiter unten.

ÖPNV

Wir empfehlen den Kauf eines oder mehrerer 10-Fahrten-Tickets, die es am Automaten an den Haltestellen (manchmal auf der gegenüber liegenden Straßenseite) gibt. Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Jedes Ticket, egal in welche Richtung, ist eine Stunde gültig. Allerdings muss es bei jedem Umstieg erneut entwertet werden.

Vegan in Nancy

Gut zu wissen: In Nancy gibt es eine zentral gelegene Bäckerei mit großem veganem Angebot, die Boulangerie – Pâtisserie JACQUIN in der 77 Rue St George.

Wir haben einfach mal alle veganen Törtchen probiert. Leider kann man dort nicht essen, aber schräg gegenüber gemütlich auf Bänken vor der Kathedrale Notre-Dame de l’Annonciation sitzen. Es gibt außer den Törtchen auch vegane Croissants, Pains au chocolat, Apfeltaschen und vegan belegte Baguettes.

Des Weiteren gibt es noch Cafés mit veganem Angebot, die wir aus Zeitgründen aber nicht alle besucht haben. So sollen das Mme Bergamote und der French Coffee Shop  vegane Optionen oder zumindest Pflanzendrinks anbieten. Um Enttäuschungen vorzubeugen, erkundigt man sich am besten immer vorab telefonisch und achtet online vor allem auf die Öffnungszeiten.

Wir haben in der Teestube L’atelier Sèves eine Pause eingelegt, wo es an diesem Tag einen schmackhaften Avocadotoast und einen  Obstsalat gab. Pflanzendrinks kann man dort auch bekommen sowie eine kleine Auswahl an veganem Fingerfood.

 

Unser erstes kulinarisches Highlight wurde uns im „Big Sister“ serviert. Wir hatten Glück, denn das Big Sister wurde wegen Urlaubs drei Tage später für zwei Wochen geschlosssen.  Leider kann man dort nicht reservieren und wir saßen zunächst getrennt jeweils zu zweit an einem Tisch. Mit 38° war dies der bislang heißeste Tag der Woche und wir bekamen  erst einmal eine kostenlose große Flasche Wasser, bevor wir uns etwas zu essen aussuchten. Wir können Service, Personal und natürlich das Essen nur loben. Wie auf der Speisekarte zu sehen ist, gibt es den ganzen Tag lang  Frühstück und Nachtisch, außerdem immer eine Tagesempfehlung und Kuchen. Die Frühstücksangebote schmecken aber auch nachmittags.

Die absolute Krönung war am zweiten Abend unser Besuch im Restaurant „Les Bacchanales„. Diesem war ein reger E-Mail-Verkehr  vorausgegangen, gefolgt von unserer Onlinereservierung. Grundsätzlich empfehlen wir für dieses Restaurant eine Reservierung. Aufmerksamer Service, eine lobenswerte Kinderfreundlichkeit und kreatives, köstliches Essen auf hohem Niveau, bei einem wirklich guten Preis-Leistungsverhältnis erwarteten uns, also sehr empfehlenswert.

Ein Besuch des Bioladens „Naturalia“ lohnt sich besonders wegen der veganen Käsealternativen, die es in Deutschland nicht gibt.

Gern hätten wir auch im rein veganen Restaurant „Légumineuses“ gegessen, aber das hat wegen der Öffnungszeiten nicht geklappt. Notiert hatten wir uns auch das „Nemo Poke Bowl“, das aber nur eine vegane Bowl im Angebot hat. Außerdem befindet sich gegenüber unserer Unterkunft ein italienisches Restaurant, wo es eine vegane Pizza gibt. Hier hätten wir gern abends gegessen, aber es gab keinen freien Tisch mehr. Telefonisch erreichten wir immer nur den AB, denn wir wollten wegen der Kinder auf jeden Fall vorab fragen, ob man die Pizza auch mitnehmen kann.

veganer Abstecher nach Saarbrücken

Da wir kurzfristig beschlossen, statt man nächsten Morgen schon am Vorabend  zurück nach Deutschland aufzubrechen, reservierten wir telefonisch einen Tisch im „Eden“ in Saarbrücken, wo wir sehr freundlich bedient wurden und es uns gut geschmeckt hat.

Aktivitäten

Vorab müssen wir schreiben, dass wir während „la canicule“, der großen Hitzewelle, in Nancy waren, eine Zeit, in der in Frankreich immer mehr Waldbrände ausbrachen, die kaum unter Kontrolle zu bekommen waren, Feuerwehrleute verletzte oder das Leben kostete und die Evakuierung von über 220.00 Menschen erforderte.

Es war also sehr heiß.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch des botanischen Gartens , einer der größten Frankreichs, der etwas außerhalb liegt, aber mit dem ÖPNV gut erreichbar ist. Natürlich kann auch mit dem Auto gefahren werden. Tickets sollten vorab online gebucht werden. Wer das nicht möchte, kann natürlich auch in einen oder mehrere der schönen Parks, den Jardin Dominique Alexandre Godron, den Parc Sainte Marie oder andere  innnerhalb der Stadt gehen.

Nur fünf Minuten Fußweg vom Hotel aus war es bis zur künstlichen Strandlandschaft „Rives de Meurthe“ mit Spielmöglichkeiten sowie abendlichen Aktivitäten.  Außerdem kann man entlang der Meurthe spazieren oder mit dem Rad fahren.

Auch ein ausgedehnter Stadtbummel durch Neu- und Altstadt ist interessant, denn es gibt erstaunlich viele Einzelhändelsgeschäfte und nicht nur die üblichen Ketten. Weil es so heiß war, haben wir die Altstadt in einer 45minütigen Fahrt mit dem Touristenzug besichtigt. Es gibt Audioguides in vielen verschiedenen Sprachen.  Der Zug startet am sehenswerten Place Stanislas, wo sich auch die Touristeninformation befindet.

An der nordöstlichen Seite des Place Stanislas gelangt man in den wunderschönen „Parc de la Pépinière„, Nancys großer Stadtpark mit Wädchen, Teich, Wiesen, Blumenbeeten,  Rosengarten, Spielplätzen, Minigolfanlage und Puppentheater.

Wir fahren gern nach Frankreich. Seit wir vegan unterwegs sind, haben wir bereits über Lille, Paris, unseren Urlaub in der Normandie, in der Bretagne, dort über  Saint-Malo, Rennes, Dinan und Dinard, Rennes und in der Champagne berichtet. Außerdem gibt es noch Berichte über unserer dreiwöchige Loirereise, wo wir in Nantes, Angers und Umgebung, Tours,Blois und Umgebung sowie über Orléans schreiben. 2024 waren wir auf Bornholm und 2025 auf Fünen unterwegs.

 

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