Veganer Strom – Pro und Kontra von tierfreundlichem Strom
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Öko – oder Biostrom ist nicht immer auch veganer Strom.
Immer mehr Menschen leben vegan und auch von ihrem Strom wünschen sie sich deshalb, dass dieser tierfreundlich hergestellt worden ist. Was aber ist veganer Strom überhaupt – und was spricht für und gegen seine Nutzung?
Ökostrom ist längst nichts Neues mehr. Die meisten Menschen wissen, dass Strom angeboten wird, der aus erneuerbaren Energiequellen – und damit auf eine umweltfreundliche Art und Weise – hergestellt worden ist. Dazu zählt Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Auch die großen Energiekonzerne bieten Biostrom, wie Ökostrom auch genannt wird, mittlerweile an. In manchen Fällen ist dies auf Tochterunternehmen ausgelagert.
Öko-/Biostrom-Produktion mit Nebenwirkungen
Andere Energiequellen für Biostrom sind aus veganer Sicht jedoch problematisch. Dazu zählt die Energiegewinnung aus Wasserkraftwerken ebenso wie jene aus Windkraftanlagen. Bei Ersterer wird in den Lebensraum von Fischen eingegriffen, die dabei auch getötet werden können. Zwar gibt es in der Regel Fischtreppen; es lässt sich jedoch nicht verhindern, dass dennoch Tiere in den Anlagen verenden. Außerdem werden natürliche Flussläufe verändert und Laichplätze zerstört. (Quelle: https://www.igb-berlin.de/news/jeder-fuenfte-fisch-stirbt-bei-der-passage-von-wasserkraftturbinen )
Bei Windkraftanlagen kann es vorkommen, dass Vögel in den rotierenden Blättern zu Tode kommen. Zwar ist dies auch bei regulären Gebäuden der Fall, viele Veganer lehnen Windkraft deshalb jedoch ab. Auch Windkraftanlagen, die im Meer stehen, stellen in dieser Hinsicht ein Problem dar – schließlich wird hier der Lebensraum der Tiere im Wasser beeinträchtigt und das dortige Ökosystem verändert. (Quellen: https://idw-online.de/de/news795067 https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/24661.html)
Biomasse ist nur dann sinvoll, wenn sie aus Stroh, Ernteabfällen oder auch Klärschlamm erzeugt wird. Es kann jedoch sein, dass Gülle verwendet wird. Die Gülle stammt in solchen Fällen aber meist aus Massentierhaltungsbetrieben. Diese Art der Stromgewinnung. ist also nicht vegan.
Vegane Alternative zu Biomasse: Zuckerrübenschnitzel
Mancher Biostrom wird in Anlagen hergestellt, die mit Biomasse arbeiten. Hierbei werden bestimmte Materialien so fermentiert, dass Gas entsteht. Mit diesem kann dann durch eine Kraft-Wärme-Kopplung Strom erzeugt werden. Je nach Anlagenbetreiber unterscheidet sich das verwendete Material. Eine Alternative stellt die Erzeugung von Ökogas aus Zuckerrübenschnitzeln dar. Die Zuckerrübenschnitzel entstehen als Abfallprodukt in der Zuckerherstellung. Auch Mais oder Getreide werden häufig für die Herstellung von Biomasse verwendet; beides ist prinzipiell vegan. Wichtig ist, dass keinerlei tierische Rohstoffe benutzt werden. Außerdem sollten die verwendeten Energieträger in einer Art und Weise hergestellt worden sein, bei der weder Monokulturen noch Massentierhaltung gefördert werden. Biogas, für das Zuckerrübenschnitzel fermentiert wird, bildet eher die Ausnahme. Ein genereller Kritikpunkt von Biomasse als Stromquelle besteht darüber hinaus darin, dass dies oft mit dem Entstehen von Monokulturen einhergeht. Die Klimabilanz von Biogasanlagen ist ebenfalls nicht selten problematisch. Auch wenn ein Anbieter auf Zuckerrübenschnitzel-Strom setzt, ist eine Recherche der konkreten Praktiken sinnvoll. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Umwelt durch diese Vorgehensweise geschädigt wird.
Veganer Strom: Einen Schritt weiter als Ökostrom
Nicht jedem erschließt sich dabei unmittelbar, was genau Strom zu veganem Strom macht und was nicht. Grundsätzlich gilt dabei: Es darf kein Tier durch die Herstellung der Energie zu Schaden kommen oder in seinem Lebensraum gestört werden. Auch der Lebensraum selbst darf nicht negativ verändert werden. Diese Prämissen beziehen sich auf den kompletten Prozess der Stromherstellung – von der unmittelbaren Energiegewinnung bis zur Lieferung zum Kunden. Somit geht vegane Energie noch einen Schritt weiter als Ökostrom, bei dem es in erster Linie darauf ankommt, dass regenerative Energien bei der Energiegewinnung zum Einsatz kommen. Für viele Veganer geht Ökostrom deshalb nicht weit genug, weshalb sie nach anderen Biostrom-Alternativen suchen. Veganer Strom kann in diesem Fall eine gute Option sein – zumindest, wenn er von seriösen Anbietern bezogen wird.
Möglichkeiten der veganen Stromproduktion
Photovoltaik
Eine in der Regel tierfreundliche Art der Stromproduktion sind Photovoltaik-Anlagen, die mit der Kraft der Sonne betrieben werden. Hier kommt es jedoch darauf an, dass durch die Wahl des Standorts und die Art und Weise der Energiegewinnung keine Tiere gestört werden oder die Umwelt in irgendeiner Form negativ beeinflusst wird. Auch der geografische Standort der Solaranlagen spielt eine wichtige Rolle. Die Photovoltaik-Anlagen sollten in Deutschland oder zumindest in Europa aufgestellt sein. In diesem Fall können sich Kunden sicher sein, dass vergleichsweise strenge Umweltschutzrichtlinien eingehalten werden müssen. Bei Anlagen in anderen Ländern ist dies nicht immer der Fall, und Fragen des Umweltschutzes lassen sich deutlich schwieriger nachvollziehen.
Eine amerikanische Studie zeigte, dass Photovoltaikanlagen auf ehemaligen Ackerflächen nicht nur die Anzahl von Bienenarten um das Zwanzigfache erhöhen können, sondern auch die Blühpflanzenvielfalt versiebenfachen und die Insektenvielfalt verdreifachen können. (Studie: https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ad0f72 )
Zudem sind in Solarparks häufig vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Tierarten vorzufinden, was deren Populationen stabilisieren kann. (Studie:GEO-Tag der Natur: Artenzählungen zeigen Biodiversität in Solarparks – Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.)
Auch für Vögel, Amphibien und Reptilien fungieren Solarparks als wichtige Rückzugsorte und Lebensräume und tragen damit zum Artenreichtum sowie der Artenvielfalt bei. (Studie: Solar parks can enhance bird diversity in agricultural landscape – ScienceDirect)
Geothermie
nutzt die Wärme des Erdinneren zur Erzeugung von tierfreundlichem Strom. Zwar sind tiefe Bohrungen erforderlich, jedoch verursacht ein verantwortungsvoller Umgang zusätzlichen Belastungen für Umwelt und Tierwelt. Geothermieanlagen sind derzeit noch weniger verbreitet und daher seltener im Einsatz als andere erneuerbare Energien.
Veganer Strom hilft dem Tierschutz
Das zweifellos wichtigste Argument für die Nutzung vegan hergestellten Stroms liegt darin, dass auf diese Art und Weise Tiere und deren Lebensräume sowie generell die Umwelt geschützt werden. Vor allem für Menschen, die eine vegane Lebensweise gewählt haben, ist dies meist ein gewichtiger Punkt. Auch für Menschen, die sich generell um die Umwelt sorgen, die jedoch nicht vegan leben, kann veganer Strom eine attraktive Option sein. Wichtig ist dabei jedoch, dass der Anbieter des veganen Stroms tatsächlich Kriterien einhält, die den Tierschutz sicherstellen.
Veganer Biostrom ist nachhaltig
Wer sich für veganen Strom interessiert, der sollte darauf achten, dass sich der Anbieter tatsächlich der zugrundeliegenden Idee verschrieben hat – und somit auch weiß, was veganer Strom überhaupt bedeutet. Es lohnt sich deshalb, sich vor der Wahl eines Anbieters intensiv mit dessen Grundsätzen zu befassen. Welche Gesichtspunkte bewirbt ein bestimmter Anbieter? Und wie lässt sich überprüfen, ob er diese Punkte auch einhält? Woher wird der Strom konkret bezogen? Wie wird dafür Sorge getragen, dass weder Tiere noch die Umwelt im Herstellungsprozess zu Schaden kommen? Auch ist die Frage wichtig, ob der betreffende Anbieter möglicherweise Verbindungen zu großen Stromherstellern hat, die auf Atomkraft oder Kohle setzen. Nicht jeder möchte solche Konzerne indirekt unterstützen. Wer hingegen auf einen Anbieter setzt, der sich wirklich um Umwelt und Tierschutz kümmert, der leistet einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen.
VeganStrom – 100% Ökostrom, der Tiere schützt
VeganStrom ist nach eigener Aussage der erste und bisher einzige Stromanbieter in Deutschland, der 100 % Ökostrom anbietet, der Tiere schützt. Der Strom stammt ausschließlich aus Solarenergie und Geothermie, Energiequellen, die weder Tiere gefährden noch ihre Lebensräume zerstören.
Es wird bewusst auf Wasserkraft, Windkraft und Biomasse verzichtet, da diese oft mit Tierleid oder massiven Eingriffen in Ökosysteme verbunden sind. VeganStrom hats seine Stromtarife gemeinsam mit der Tierschutzorganisation PETA entwickelt, um eine Energiewende zu gestalten, die Klima- und Tierschutz vereint. Das Ziel lautet: Eine Welt, in der nachhaltige Energie nicht nur die Umwelt, sondern auch alle Lebewesen schützt.
Nachteile von veganem Strom: Möglicherweise höhere Kosten
Für Menschen, denen Umwelt und Tierwelt am Herzen liegen, bietet veganer Strom überwiegend Vorteile. Ein Nachteil kann jedoch in möglichen höheren Kosten liegen. Dies gilt auch ganz grundsätzlich für Ökostrom im Vergleich zu Strom etwa aus Atomkraft oder Kohle und anderen konventionellen Energiequellen. Wer sich wirklich für den Tierschutz interessiert und Wert darauf legt, dass sein Strom tierfreundlich produziert worden ist, für den ist der finanzielle Aspekt ohnehin in der Regel zweitrangig. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein genereller Preisvergleich, um nicht an einen Anbieter zu geraten, der auf überhöhte Preise setzt.
Vorsicht bei intransparenter Firmenpolitik
Ein weiterer Nachteil besteht dann, wenn der Stromanbieter zwar „veganen“ Strom anbietet, sich dahinter jedoch Praktiken oder Vorgehensweisen verbergen, die dieses Kriterium in Wahrheit gar nicht erfüllen. Nicht jedes Unternehmen handelt transparent, und für Kunden ist es oft schwierig, nachzuvollziehen, ob eine Firma glaubhaft ist oder nicht. Wer auf einen Etikettenschwindel hereinfällt, zahlt zwar möglicherweise dafür mehr Geld als für Strom aus anderen Quellen, profitiert aber letztlich gar nicht von den erhofften positiven Effekten des vermeintlich veganen Stroms. Intensive Recherche und gezielte Nachfragen können helfen, dieses Risiko zu mindern.
Fazit: Veganer Strom im Idealfall grüner als Ökostrom
Wer Biostrom bezieht, leistet einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Umwelt und zur Verlangsamung des Klimawandels. Gleichzeitig bleiben dabei Tierschutz-Aspekte oft außen vor. Wer tierfreundlich leben möchte, für den ist veganer Strom eine gute Alternative zu reinem Ökostrom. Wer dabei einen Anbieter auswählt, der transparent handelt und sich tatsächlich nachweislich dem Schutz von Umwelt und Tieren verschrieben hat, der bezieht Strom, der noch ein Stück „grüner“ ist als regulärer Ökostrom. Die Richtlinien für veganen Strom sind schließlich noch strenger, und im Gegensatz zu Ökostrom profitieren davon nicht nur die Umwelt, sondern auch Tiere.

4 Gedanken zu „Veganer Strom – Pro und Kontra von tierfreundlichem Strom“
Ich finde es super, dass sich immer mehr Menschen dem Veganismus verschreiben und damit auch sehr viel für das Wohl unserer geliebten Tiere tun. Ich bin auf der Suche nach Stromanbietern auch auf vegane Stromanbieter gestossen. Mittlerweile gibt es ja einige Anbieter wieder der hier beschriebene oder auch bspw. der Anbieter VEGANSTROM.com. Nutzt hier irgend jemand bereits einen veganen Stromanbieter? Wenn ja welchen und was sind eure Erfahrungen?
Lieben Dank, Lisa.
Also der Anbieter VEGANSTROM preist ja an, bei ausgewähltem Vertrag mit 12Monaten Laufzeit, dieses Jahr auch eine Preisgarantie zu geben. Sinnvoll ist veganer Strom defintiv, bzw. Ihn zu unterstützen (bleibt ja Deutschlands Strommix) aber Nachfrage/Angebot zählt mal wieder…Die besagteFirma mit Sitz in Berlin wirbt mit niedrigen Verwaltungskosten und z.B bei 5000kw/h pro Jahr und den Jahresvertrag ~28,8ct aks Oreis plus nicht ganz 10€ pauschaler Grundpreis
Ich bin seit einigen Monaten Kundin bei VeganStrom. Da ich ganzheitlich vegan leben wollte, habe ich angefangen, im Internet nach veganen Stromanbietern zu suchen. Bisher bin ich sehr zufrieden. Der Kundenservice ist kompetent und die Mitarbeiter freundlich. Die Preise finde ich angemessen.
Danke fürs Teilen deiner Erfahrung 🙂