wichtig und richtig

Richtige und vegane Babypflege

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Das Thema der richtigen Hautpflege des Nachwuchses beschäftigt viele Eltern. Welche Pflegeprodukte eignen sich fürs Baby? Wie oft und wie lange sollen/können Babys baden? Wie beuge ich einem wunden Po vor und was tue ich, wenn der Po doch mal wund geworden ist? Und sind Feuchttücher (abgesehen von der Umweltbilanz) wirklich so schlecht wie ihr Ruf?

Richtige Pflege für Babys empfindliche Haut

Babyhaut ist noch alles andere als „fertig“. So ist die Hautbarriere noch sehr durchlässig, die Hornschicht dünn und die Talg- und Schweißdrüsen arbeiten noch auf Sparflamme. Das hat zur Folge, dass die Haut noch relativ trocken, fettarm und empfindlich ist und schneller auf mögliche Schadstoffe reagiert. Die richtige Pflege ist daher besonders wichtig, da sie die Reifung der Hautfunktion unterstützen sollte1

Wissenschaftler der Charité Berlin haben sich in einer Studie2 umfangreich mit der Beschaffenheit von Babyhaut auseinandergesetzt und auf Grundlage ihrer Ergebnisse Empfehlungen zur schonenden Hautpflege ausgesprochen, auf die sich auch die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. beruft.3 4
Die folgenden Aussagen fassen die Erkenntnisse dieser und weiterer, entsprechend gekennzeichneter Studien zusammen:

Generell gilt – wie so oft: Weniger ist mehr oder auch so viel nötig, so wenig wie möglich.

Im Prinzip braucht gesunde Babyhaut nur Wasser. Das macht die Pflege an sich erst einmal wunderbar einfach und nachhaltig. Beim Baden können aber auch ab und an milde, parfum- und konservierungsstofffreie Badezusätze verwendet werden. Ist die Haut eures Kindes besonders trocken, sollte auf ein rückfettendes Produkt zurückgegriffen werden. Nach dem Baden ist das Eincremen oder Einölen der Studiendaten zufolge bei normaler Haut nicht notwendig. Es spricht aber auch nichts dagegen, den Nachwuchs gelgentlich mit einem geeigneten Öl oder einer sanften Lotion einzureiben oder zu massieren. Nur zu häufig sollte auch das nicht passieren, weil das Öl sich mit den Lipiden auf der Haut verbindet und diese beim Massieren rausgewaschen werden.

Baden oder waschen?

Sobald die restliche Nabelschnur eures Babys abgefallen ist, bzw. ab ca. dem siebten Lebenstag können Babys bis zu zwei- bis dreimal wöchentlich gebadet werden. Das ist die generell empfohlene maximale Häufigkeit, bedeutet also nicht, dass ihr euer Kind auch so oft baden müsst. Oft wird behauptet, baden sei schlecht für die Babyhaut und trockne sie aus, weswegen Babys lieber mit einem Lappen gewaschen werden sollten. Das ist nicht grundsätzlich richtig. Im Gegenteil: Sowohl die Studie der Charité als auch eine weitere Studie aus dem Jahr 20095 kommen zu dem Schluss, dass das Baden dem bloßen Waschen vorzuziehen sei, da bei gebadeten Kindern an Stirn und Po eine höhere Hautfeuchtigkeit und ein geringerer Wasserverlust festgestellt werden konnte. Zudem wirke sich das Ritual und der entspannende Vorgang des Badens psychologisch vorteilhaft auf Eltern und Babys aus.

Anmerkung: Dies gilt selbstverständlich nur, wenn das Baby auch gerne badet. Das ist bei längst nicht allen Kindern der Fall. Bevor das wöchentliche Baden also für Eltern und Baby zur Zerreißprobe wird, empfiehlt es sich selbstredend, auf den Waschlappen zurückzugreifen.

Gebadet werden sollte zunächst nicht länger als 10 Minuten. Die Wassertemperatur sollte bei 37 bis 38°C liegen. Fürs Baden braucht es nicht zwangsläufig eine extra Babywanne. Zu Beginn können z.B. auch vorhandene Wäschekörbe ohne Löcher verwendet werden.

Worauf sollte beim Kauf von Pflegeprodukten geachtet werden?

Vorweg: Der Kauf von besonderen Pflegeprodukten ist nicht notwendig. Wie oben bereits erwähnt, reicht Wasser zur Reinigung und Pflege im Prinzip aus. Wollt ihr euer Baby dennoch mal massieren oder eincremen oder neigt es zu trockener Haut, ist die Wahl eines geeigneten Produkts unerlässlich. Auf rückfettende Produkte weisen beispielsweise die Inhaltsstoffe Glycerin und Urea hin.

Generell sollte bei der Wahl der Produkte auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Diese sollten möglichst frei von synthetischen Farb- und Konservierungsstoffen, Paraffinen, Parabenen, ätherischen Ölen sowie von Parfums sein. Wasch- und Badezusätze sollten darüber hinaus keine PEG-Emulgatoren und Mikroplastik enthalten. Naturkosmetik ist grundsätzlich frei von Mikroplastik.

Besonders für Babyhaut eignen sich Cremes und Pflegelotionen, die auf der Basis von pflanzlichen Ölen hergestellt worden sind. Sie dringen, anders als z.B. Mineralöle, tief in die Hautschichten ein und versorgen die Haut mit den so wichtigen Fettsäuren, die dem Aufbau der Barrierefunktion der jungen Haut dienen.

Prinzipiell können auch unverarbeitete Öle verwendet werden, z.B. Mandel- oder Jojobaöl, wobei gerade Mandeln im Anbau extrem viel Wasser benötigen und daher keine besonders gute Ökobilanz aufweisen. Das momentan stark gehpyte Kokosöl hat nicht nur eine schlechte Ökobilanz, sondern wirkt auf trockener Haut eher noch austrocknender. Die Berliner Dermatologin Yael Adler empfiehlt bei trockener Haut 100% unraffinierte Sheabutter. Vorteil bei „puren“ Ölen ist, dass ihr sie vermutlich in recht umweltfreundlichen Verpackungen erwerben könnt.

Oftmals wird auch Olivenöl zur Pflege empfohlen. Bei Ölen, die eigentlich für die Nutzung in der Küche gedacht sind, verweist die Studie der Charité jedoch auf die Problematik mangelnder Deklaration des Gehalts anderer Öle und diverser Schadstoffe. Zudem kommt eine recht aktuelle Studie zur Haut von Erwachsenen zu dem Schluss, dass Olivenöl sich kontraproduktiv auf die Hautbarrieren auswirkt.6 Gerade bei Babys sollte also auf die Verwendung von Olivenöl besser verzichtet werden und generell lieber auf spezielle, für die Babyhaut geeignete Produkte zurückgegriffen werden.


Welche veganen Lotionen, Cremes und Badezusätze gibt es?

Im Folgenden findet ihr eine rein informative Zusammenstellung veganer Pflegeprodukte. Bei der Auswahl der Produkte haben wir nach bestem Wissen darauf geachtet, dass diese frei von Parabenen und Paraffinen sind. Einige enthalten allerdings Parfum. Der Fokus bei der Zusammenstellung lag auf dem Faktor „vegan“. Ihr solltet also ggf. selbst noch mal einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Wir empfehlen explizit keines dieser Produkte. Die Liste dient lediglich als Übersicht.
Produkte, die unserer Recherche nach sicher frei von Palmöl sind, haben wir entsprechend gekennzeichnet, weil wir wissen, dass einige versuchen, Palmöl so gut es geht zu meiden. Alle anderen Produkte enthalten Palmöl, Palmöl-Derivate oder Kokosöl oder können es enthalten. Kokosöl weist keine bessere Ökobilanz als Palmöl auf. In Naturkosmetik wird oftmals Palmöl aus biologischem Anbau verwendet.

Waschlotionen/Badezusätze:

Zertifizierte Naturkosmetik:

Alverde Waschlotion und Shampoo
Lavera Waschlotion und Shampoo
Weleda Calendula Waschlotion und Shampoo
Weleda Calendula Bad (palmölfrei)
Bio-Baobab Hautberuhigendes Baby Waschgel und Shampoo
Argital Pflanzliches Dusch-Schampoo (palmölfrei)
Dr. Bronner’s Flüssige Naturseife (Fair trade und bio-zertifiziertes Palmöl)
Dr. Bronner’s Blockseife – Neutral-Mild (Fair trade und bio-zertifiziertes Palmöl)
Eco Cosmetics Baby&Kids Shampoo/Duschgel (Palmölfrei, dafür mit Kokosöl, CO²-neutral produziert)
Attitude LITTLE ONES 3 in 1 Shampoo, Duschgel, Haarspülung (CO²-neutral produziert)
Pure Beginnings Hautberuhigendes Baby Waschgel & Shampoo
Logona Baby Pflegebad Ringelbume
Alviana Baby Waschlotion und Shampoo
Earth Friendliy Baby Waschlotion und Shampoo Kamille (auch erhältlich in den Sorten Lavendel und Mandarine)
Boep Badezusatz und Schaumbad

 Konventionelle Kosmetik:

Babylove pflegendes Waschbalsam
Babylove reinigendes Waschgel
Babylove Badezusatz Pflegebad
Babylove Sensitives Pflegebad
Babylove Ultra Sensitive Waschlotion
Jean und Len Schmutzfink Schaum Wölkchen
Bobini Duschgel

Cremes:
Soweit wir sehen konnten, ist keines der im Folgenden aufgelisteten Produkte frei von Palmen- oder Kokosöl.

Zertifizierte Naturkosmetik:

Alterra Baby Creme
Eco Cosmetics Babycreme Granatapfel-Sanddorn (CO²-neutral produziert)
Pure Beginnings Hautberuhigende Baby Lotion
Urtekram No Parfum Baby Waschlotion
Logona Baby Pflegelotion Ringelblume
Alviana Baby Pflegecreme
Earth Friendly Baby Lotion Beruhigender Lavendel
Earth Friendly Baby Lotion Milde Kamille
Alverde Baby Pflegecreme
Alverde Baby Pflegelotion Bio Sheabutter Bio Kamille
Boep Babylotion
Boep Babycreme

Konventionelle Kosmetik:

Babylove Pflegemilch
Babylove Pflegecreme Zartcreme
Babylove Pflegelotion Ultra Sensitive

Gesichtscremes:

Zertifizierte Naturkosmetik:

Eco Cosmetics Baby Gesichtscreme Granatapfel (CO²-neutral produziert)
Attitude Little Ones Gesichts- und Körpercreme Calendula (CO²-neutral, recyclebare Verpackung)
Urtekram Babylotion Gesicht & Körper Sheabutter Mandelöl
Alviana Baby Gesichtscreme
Lavera Pflegecreme für Gesicht und Körper

Konventionelle Kosmetik:
Babylove Gesichtscreme
Babylove Wind und Wetter Gesichtscreme

Öle:

Alle Öle scheinen, soweit wir das sehen konnten, frei von Palmöl zu sein.

Zertifizierte Naturkosmetik:

Eco Cosmetics Baby & Kids Körperöl Granatapfel und Sanddorn (CO²-neutral produziert)
Logona Babypflegeöl Ringelblume
Urtekram Baby Körperöl
Alviana Baby Pflegeöl
Earth Friendly Baby Pflegeöl mit Shea und Lavendel
Weleda Calendula Pflegeöl
Boep Babypflegeöl

Konventionelle Produkte:
Babylove Babypflegeöl Sensitive

Wie sollten Intimbereich und Po gereinigt werden?

Die Haut im Windelbereich wird durch die erhöhte Feuchtigkeit unter der Windel besonders beansprucht und kommt durchs Tragen von Windeln oft mit weniger Luft in Kontakt als die restliche Haut. Zur Vermeidung eines wunden Pos ist deshalb die Pflege dieser Körperregion besonders wichtig.

Ebenso wichtig ist das häufige Wechseln der Windeln, egal ob Stoff- oder Wegwerfwindeln. Sobald Urin und Stuhl zusammenkommen, spaltet sich Harnstoff  zu Ammoniak. Dadurch steigt der ph-Wert. Dies wirkt sich negativ auf die Barrierefunktion der jungen Haut aus und macht sie anfälliger für das Eindringen von Keimen.

Deshalb empfiehlt es sich, euren Nachwuchs zu Hause ruhig ohne Windel fröhlich vor sich hin strampeln zu lassen, um so ausreichend Luft an den Hintern zu lassen.

Im Rahmen der bereits genannten Studien wurde auch ein Vergleich zwischen der Verwendung von Feuchttüchern und nassen Lappen in der Windelregion angestellt. Dabei ergab sich kein wesentlicher Unterschied in der Wirkung, wobei es eine Reihe von Studien7 gibt, die zeigen, dass Feuchttücher den Säureschutzmantel der Haut positiv beeinflussen, da sie einen ph-Wert regulierenden Effekt besitzen. Dadurch sorgen sie auch für eine Senkung eines durch Ammoniak erhöhten ph-Wertes. Feuchttücher sind demnach nicht so schlecht wie ihr Ruf. Grundsätzlich sollte der Bereich vor allem sanft gereinigt werden und besonders auf das Trocknen der Hautfalten geachtet werden (auch beim Abtrocknen nach dem Baden!). Hier werden Feuchttücher oftmals als hautschonender eingestuft, daher sollte bei der Wahl des Lappens darauf geachtet werden, dass dieser schön weich ist.

Allerdings ist eine Reinigung mit Lappen und Wasser natürlich um einiges nachhaltiger als die Verwendung von Einmal-Tüchern. Neben Wasser kann auch hier geeignetes Öl zum Einsatz kommen, wenn Wasser mal nicht ausreichend sein sollte oder der Po leicht gerötet ist.

Um warmes Wasser am Wickeltisch zu haben, könnt ihr z.B. eine Thermoskanne und eine Schüssel mit kaltem Wasser dort platzieren, um so eine geeignete Temperatur „mischen“ zu können. Das Wasser sollte handwarm und seifenfrei sein. Außerdem sollte natürlich bei jeder Reinigung ein frischer Lappen benutzt werden, um die entsprechende Hygiene zu gewährleisten. Für eine bessere Ökobilanz gegenüber Feuchttüchern solltet ihr darauf achten, wie und wo die verwendeten Lappen produziert worden sind und sie einfach mit restlicher Wäsche zusammenwaschen. Vielleicht habt ihr sogar alte, aber noch weiche Handtücher o.ä., die sich hier upcyceln lassen.

Ein gesunder Po braucht keine Cremes. Auf Puder sollte auch verzichtet werden, da Puder in Kontakt mit Urin die Haut eher reizt.

Was tun, wenn der Po doch mal wund wird?

Sollte der Po dennoch mal wund werden, empfiehlt es sich erst recht, das Kind ohne Windel strampeln zu lassen, damit Luft an den Hintern gelangt. Bei leichten Rötungen sollen Kamille und schwarzer Tee einen positiven Effekt auf die gereizte Haut haben. Ist der Hintern aber besonders wund, werdet ihr um eine entsprechende Wundschutzsalbe nicht drum herumkommen.

Grundsätzlich sollte mit einem sehr oder über längeren Zeitraum wunden Po immer eine Kinderärztin/ein Kinderarzt aufgesucht werden. Eine Windeldermatitis ist für euren Nachwuchs wirklich schmerzhaft und unangenehm. Gerade bei einem Pilz braucht es sehr wahrscheinlich eine spezielle, evtl. verschreibungspflichtige Salbe.

Welche veganen Wundschutzsalben gibt es?

Nachfolgend findet ihr eine rein informative Übersicht veganer Wundschutzsalben. Die Inhaltsstoffe hier haben wir uns noch etwas genauer angesehen.

Alle vorgestellten Produkte sind frei von Parabenen, synthetischen Farb- und Konservierungsstoffen, Paraffinen/Mineralölen und Parfum.

Die Salben von Argital und Imlan sind palmölfrei. Alle anderen Produkte enthalten Palmöl oder Palmöl-Derivate, wobei in den Naturkosmetikprodukten Bio-Palmöl enthalten ist.

Zertifizierte Naturkosmetik:

Töpfer Wundschutzcreme
Lavera Wundschutzcreme
Boep Babywundcreme
Pure Beginnings Baby Wundschutzcreme
Argital Schützende Creme für Babys (palmölfrei)
Attitude Little Ones Zink Wundschutz-Windelcreme (CO²-neutral, recyclebare Verpackung)
Alviana Baby Wundschutzcreme
Urtekram Baby Zinkcreme

Konventionelle Produkte:

Imlan Pur (palmölfrei, besteht lediglich aus Wasser, Jojobaöl und Birkenrindenextrakt)
Babylove Wundschutzcreme ultra sensitive

Bei einer ausgewachsenen Windeldermatitis braucht es oftmals eine stärkere Salbe. Multilind ist von den Inhaltsstoffen her vegan und hilft auch bei einem Windelpilz. Auch Multilind ist frei von Parabenen und Farb- und Konservierungsstoffen, enthält allerdings Parfum, Paraffin und Mikroplastik (Polyethylen).

Gibt es noch andere vegane Produkte, mit denen ihr persönlich gute Erfahrungen gemacht habt? Antwortet uns gerne in den Kommentaren.

1https://www.dha-allergien.de/news/18012013.html
2https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22995032
3http://www.dha-allergien.de/babypflege.html
4https://www.dha-allergien.de/news/18012013.html
5https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19646134
6https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22995032
7http://www.dha-allergien.de/babypflege.html

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