Vegan in Heidelberg

Vegan in Heidelberg

Universitätsplatz

Vegan in Heidelberg, das wollten wir erleben. Texte und Lieder über diese für Touristen aus aller Welt attraktive  Stadt gibt es etliche, aber einen Besuch dieser Stadt ersetzen sie nicht. Bevor ihr weiterlest, beachtete bitte die folgenden zwei Zeilen:

Auch wenn wir diesen Text als informativen Reisebericht ansehen, ist er für andere vielleicht WERBUNG. Also Achtung bei den Links, die zu den Homepages aller genannten Ziele führen!

2017 waren wir in Münster, dieses Jahr führte unsere 3-Generationen-Himmelfahrts-Weibertour nach Heidelberg. Viele Informationen zur Stadt, ihrer geografichen Lage, Geschichte usw. gibt es bei Wikipedia. Außerdem benutzten wir auch einen Reiseführer in Buchform. In dem liegt nämlich immer ein guter und auf jeden Fall größerer Stadtplan als der von der Touristeninformation.

Trotz der sehr schlechten Erfahrung auf der Rückfahrt im letzten Jahr, fuhren wir mutig wieder mit der Deutschen Bahn. Nach der ebenfalls schlechten Erfahrung mit airbnb übernachteten wir dieses Mal in einem preiswerten Hotel fußläufig vom Bahnhof entfernt. Und es war wie im Vorjahr mal wieder sehr sehr heiß….

Sofort nach dem Einchecken ging es los und wir begannen trotz kühlen regnerischen Wetters mit einem leckeren veganen Eis unweit vom Hotel in der Bio-Eismanufaktur. Sie ist keine rein vegane Eisdiele, bietet aber vegane Sorten an.

Nach dieser angenehmen Pause ging es zu Fuß durch eine kleine Grünanlage vorbei an der Stadtbücherei in Richtung Innenstadt und Hauptstraße, eine sehr belebte Fußgängerzone. Um dem Regen kurz zu entkommen, besuchten wir das Deutsche Verpackungsmuseum, wo sich ein sehr engagierter Ehrenamtlicher unser annahm und uns redegewaltig durch die ganze Sammlung begleitete. Nachhaltigkeit und Verpackungsmuseum, passt das? Irgendwie ja nicht, denn die Einrichtung wird von der Verpackungsindustrie unterstützt, aber irgendwie auch doch, denn interessant war, dass  Waren früher nicht so verpackungsintensiv und die Verpackungen wesentlich nachhaltiger waren.

Zurück auf der Haupstraße bogen wir ab und zu in eine der kleinen Nebenstraßen ab, wobei auffiel, dass die Berge rundherum schon ein wenig bedrohlich wirken.

Schließlich gelangten wir an unser Ziel, das Restaurant Kilimanjaro, das Einblicke in die Küche Eritreas bietet. Wegen Himmelfahrt und des damit verbundenen Brückentag-Wochenendes hatten wir hier schon Monate vorher telefonisch reserviert. Schon das Telefonat verhieß sehr freundliches Personal. Kaum saßen wir, wurde dem Winterkind sofort ein Karton mit Spielzeug auf den Tisch gestellt. Überhaupt sind alle Beschäftigten dort erstens extrem kinderlieb und zweitens sehr entspannt, zuvorkommend, höflich und mitdenkend. Alle vegetarischen Gerichte und auch einige Vorspeisen können vegan zubereitet werden. Außerdem gibt es veganen Wein, den von Stellar. Das Restaurant ist gemütlich, das Essen empfehlenswert und die Preise sind angemessen.

Gut gesättigt ging es am Neckar entlang zurück zum Hotel.  Das Winterkind bewältigte trotz seiner erst 3,5 Jahre den insgesamt 3 Kilometer langen  Fußweg erstaunlich gut.

am Neckar

Am nächsten Morgen durften wir uns im Hotel, obwohl ohne Frühstück gebucht, vom Frühstücksbuffet kostenlos etwas zu trinken nehmen. Unser Weg in die Stadt führte uns am Café und Restaurant Schwarzer Walfisch vorbei.

Zum schwarzen Walfisch

Wir hatten nicht reserviert und waren froh, von der recht genervten und gestressten Bedienung einen Tisch zugewiesen zu bekommen. Die Karte bietet 3 vegane Frühstücksvariationen an, wir entschieden uns für Getränke und das „Ausgewogene“ . Das Winterkind verschwand erst einmal in der kleinen Kinderecke und versorgte sich mit ausreichend Spielzeug. Verglichen mit dem, was uns dann als Frühstück angeboten wurde, hatten wir viel zu lange darauf warten müssen. Abgesehen von am Rand total harten Pfannkuchen, strotzte das Frühstück mit ein wenig gesüßtem Sojajoghurt, Erdnussbutter, Ahornsirup, viel Alsan und nicht gerade sorgfältig geputztem Grünzeug nur so vor Einfallslosigkeit. Wir fanden es,  verglichen mit vielen anderen veganen Frühstücksangeboten, für das, was wir auf unseren Tellern vorfanden, sehr teuer,  zumal ja die Getränke extra berechnet wurden. Auch der im Vorbeigehen erhaschte Blick in die Küche unterstrich unseren Eindruck.

Aber wir hatten etwas im Magen und machten uns nun auf den Weg zu Freitagskind, einem  Geschäft für u.a. faire Kinderbekleidung. Hier kann in Ruhe in den zahlreichen bunten Kleidungsstücken gestöbert werden, während Kinder sich in einer Spielecke beschäftigten können. Eine Toilette mit kleinem Hocker ist ebenfalls vorhanden.

Kinderkleidung von fair bis anders

Anschließend wollten wir mit der Bergbahn fahren und hatten gelesen, dass die Wartezeit am Schalter und auf die Bahn gegen Mittag am kürzesten sein sollte. Auch wenn Heidelberg-Reisende eigentlich kein Auto brauchen, weil die Stadt prima erlaufen werden kann, bieten sich mit Kind doch gelegentlich Fahrten mit Straßenbahn oder Bus an. So nutzten wir den ÖPNV, um Richtung Bergbahn zu gelangen. Bevor wir uns in die Warteschlange einreihten, statteten wir dem einzigen veganen Café einen Besuch ab – dem Holy Kitchen.

Dort probierten wir 3 der leckeren Kuchenangebote.Wir hatten noch Glück, denn im Juni 2018 schloss das Holy Kitchen dauerhaft. Das ist sehr schade, denn auch der Brunch, für den wir vorsorglich reserviert hatten, schmeckte ausgezeichnet. Gern hätten wir noch mehr darüber berichtet und Fotos gezeigt, aber leider ist das nun Geschichte.

Dafür hat inzwischen ein veganes Restaurant namens „Alge“eröffnet, dessen Speisen u.a. auch frei von Tofu und Zucker sind. Hier ist der Link zum Restaurant, hier der Link zur Speisekarte. Da wir nicht dort waren, können wir es auch nicht beurteilen.

Nun zur Bergbahn, auch für Reisende ohne Kind/er ein Muss. Wir hielten uns für schlau, gleich Tickets für die ganze Strecke, also die Stationen Schloss, Molkenkur bis nach ganz oben, zum Königstuhl, zu buchen. Im Nachhinein können wir nur abraten, denn die Wartezeit an der Station Molkenkur, von der aus es ganz nach oben geht, ist gefühlt mindestens doppelt so lang wie unten am Ticketschalter. Also, lieber Geld sparen und nur bis zum Schloss fahren, von dem der Rückweg auch zu Fuß angetreten werden kann. Nach oben zum Königstuhl fährt auch ein Linienbus. Das fanden wir aber erst am nächsten Tag heraus.

Das Winterkind liebt Schlösser und Burgen und so wurde es im Schloss nicht eine Sekunde langweilig.

Irgendwann waren wir wieder unten in in der Stadt. Gegenüber dem Eingang zur Bergbahn entdeckten wir zufällig den Imbiss „Persepolis“ mit veganem Angebot.

Nach der Bergbahn ging es zum Bummeln und Eisessen in die Hauptstraße. Ein paar leckere vegane Eissorten, aber bei gutem Wetter mit langer Schlange davor, gibt es bei gelato go.

Halbwegs gmütlich sitzen und veganes Eis genießen konnten wir im Puro Gelato.

Ein wenig erfrischt – es war ebenso heiß wie im Vorjahr in Münster – ging es weiter die Hauptstraße entlang, wo es noch einige Läden zu entdecken gab, wie dieses kleine, aber empfehlenswerte Warenhaus mit nachhaltigem Sortiment, in dem es auch vegane Schuhe zu kaufen gibt: Das GOODsHouse

Zu sehen, aber leider nicht zu bestellen,  gab es dort unter anderem:

Ganz überrascht und erfreut stießen wir auf diesen „Flagshipstore“. Bei Wolkenseifen hatten wir zuvor bereits mehrfach bestellt, aber es ist natürlich viel angenehmer, im Laden stöbern und Geruchsproben der jeweiligen Produkte zu nehmen.

Ob für den Eigenbedarf oder als Geschenk, hier findet sich bestimmt immer das Passende:

Interessant fanden wir u.a., auch etwas abseits der Hauptstraße,

Unweit des Kinderbekleidungsgeschäftes „Troll“, hier der Link zu dessen Seite,  gibt es einen sehr schönen Spielplatz, den wir nur wärmstens empfehlen können.
Generell findet sich beim Schlendern auf der Hauptstraße alle paar Meter eine Lokalität, in der sich vegan speisen lässt. Haltet einfach die Augen offen!

Am zweiten Abend aßen wir im thailändischen Restaurant Bay Jok, hier der Link zur Homepage. Auch hier hatten wir reserviert. Weil weitere knapp 3 Kilometer zu Fuß für das Winterkind zu anstrengend gewesen wären, nutzten wir wieder den ÖPNV, um dorthin und später zurück zum Hotel zu gelangen. Die Einrichtung und das Essen können wir loben. Allerdings wurde am Telefon mehr Veganes versprochen als dann tatsächlich angeboten wurde und es findet eine Art Massenabfertigung statt, die wirklichen Essensgenuss irgendwie ausschließt. Wir fanden es, auch datentechnisch, nicht schön, dass, kaum dass wir  am Tisch saßen, die kleine Tafel mit unserem Namen quasi sofort durch die mit dem Namen der Gäste nach uns ersetzt wurde. Die großzügige Deko mit frischer Chilischote auf dem Teller sah zwar schön aus, konnten wir aber aufgrund der Schärfe nicht essen, sodass wenigstens 3 solcher Schoten den Weg zurück in die Küche und somit in den Müll antraten. Wir können nur vermuten, dass dort viele Chilis so enden und halten das für Verschwendung.

Geschmeckt hat es uns trotzdem.

Für den kommenden Tag hatten wir wegen des schönen Wetters für den BRunch im Holy Kitchen noch einen Tisch draußen ergattern können. Drinnen war alles schon reserviert gewesen. Alles war sehr lecker. Auf die Fotos verzichten wir, weil es das Café ja leider nicht mehr gibt.

So gestärkt überquerten wir den Neckar und gingen über den Schlangenweg zum Philosphenweg hinauf. Dieser supersteile Weg sollte auf jeden Fall in passenden Schuhen zurückgelegt werden. Menschen mit Kreislauf- oder Gelenkproblemen sollten sich vorab gut überlegen, ob sie sich diesen extremen Weg zumuten wollen. Der Aufstieg war bei dieser Hitze recht anstrengend, oben angekommen wurden wir aber durch die schöne Aussicht belohnt.

Der Abstieg verlief wesentlich gemächlicher und weniger anstrengend, es gab viel zu sehen, einen schönen Spielplatz und auch einen Stand mit veganem Wassereis und Getränken.

Auch auf dieser Seite des Neckar befindet sich Interessantes, zu erwähnen seien der „Unverpackt-Laden“ sowie der Botanische Garten der Universität Heidelberg. Vom Philosphenweg Richtung Theodor-Heuss-Brücke geht es aber auch zu den Neckarwiesen, wo sich bei schönem Wetter eine längere Pause lohnt.

Wir wollten mit dem Winterkind allerdings noch einen Märchenpark – das Märchenparadies – besuchen. Er befindet sich oben auf dem Königstuhl, zu dem wir aber nicht mit der Bergbahn, sondern mit dem Linienbus fuhren. Am Bismarckplatz, eine Art Knotenpunkt des ÖPNV, machten wir im Café Riegler Station, wo es zwar keine Kaffeemischgetränke mit Sojamilch o.ä. gab, aber einen veganen Apfelkuchen.  

Danach ging es über unzählige Serpentinen mit dem Bus hinauf zum Märchenparadies.Dort gefiel es dem Winterkind sehr gut, wir fanden es dort eher unattraktiv und langweilig…. Außer den üblichen Bahnen, Hüpfburgen, Schaukeln, Karussels und anderen diversen Spielmöglichkeiten,  gab es gläserne Kästen mit jeweils 4 „Schaufenstern“. Bei Umrundung dieser Glaskästen begannen sich auf Knopfdruck Märchenfiguren darin zu bewegen begannen und das jeweilige Märchen war in 4 Teilen  in der Kurzform der zu hören. Das Preis- Leistungsverhältnis ist aber völlig in Ordnung. Für Kinder über 10 Jahre ist der besuch dort wohl uninteressant.

Für den Abend hatten wir vorab im red – die grüne küche reserviert. Es lag für uns sehr günstig, genau zwischen Stadtmitte und unserem Hotel. Das red ist ein Biorestaurant mit veganem Angebot. Hier der Link zur red-Homepage.  Auch wenn es dort organisatorisch so zugeht wie im Bay Jok, ist die Atmosphäre und Personal doch wesentlich angenehmer und sehr kinderfreundlich. Außer einer Menge Hochstühl, einer Spielecke, Büchern und Spielzeug gibt es außerdem einen Wickeltisch. Gleich gegenüber dem red befindet sich übrigens auch noch ein schöner Spielplatz.

Die eigene Zusammenstellung vom reichhaltigen Buffet schmeckte ausgezeichnet. Bezahlt wird nach Gewicht. Für 100g gaben wir 2,90€ .  Die „grünen Muschelnudeln mit buntem Spargelragout  in Dill-Rahm-Soße“ à la carte entsprachen den Erwartungen so gar nicht , weil das Spargelragout  leider fast keinen und noch recht harten Spargel enthielt.  Trotzdem empfehlen wir einen Besuch im red.

Das ist alles über unsere kurze Städtereise. Hier haben wir noch ein paar interessante Informationen, die wir nur auflisten, aber nicht beurteilen können:

Die Familienoffensive Heidelberg bietet einen Kinderstadtplan, der hier angeschaut uund ggf. heruntergeladen werden kann. Für sich selbst versorgende Reisende lohnt sich bestimmt ein Besuch des Wochenmarktes auf dem Marktplatz in der Altstadt  Er dauert von 7 bis 14 Uhr. Weitere Wochenmärkte und Termine in den verschiedenen Stadtteilen sind hier zu finden. Peter Pane im Norden, Hans im Glück im Süden, für Burger-Fans vielleicht interessant. Auch Veganes bietet das mexikanische Restaurant Adelitas in der Hauptstraße – hier der Link zur Homepage und der zu Facebook. Je nachdem, wo ihr unterkommt, was alles so auf dem Programm steht und wie lange ihr bleibt, mag sich ein Blick auf die HeidelbergCARD lohnen. Darüber, was mit Kindern in Heidelberg noch unternommen werden kann, finden sich hier noch ungefilterte Informationen.

 

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