L. Zeise: Das wahre Leben der Bauernhoftiere-Sachbilderbuch

L. Zeise: Das wahre Leben der Bauernhoftiere-Sachbilderbuch

Lena Zeise

Das wahre Leben der Bauernhoftiere (21. August 2020)

40 Seiten

Klett Kinderbuch

ISBN-13 : 978-3954702404

Preis 16,50€

„Don’t judge a book by ist cover“…. Wir haben dieses Buch des Titels wegen ausgesucht und haben nach dem Lesen und Anschauen erst einmal angeregt diskutiert. Warum und worüber zeigt die nun folgende Rezension.

Lena Zeise stellt in „Das wahre Leben der Bauernhoftiere“ einleitend eine kurze Geschichte des Bauernhofs dar und beschreibt, welche Arten von Bauernhöfen und Tierhaltung es gab und gibt. Dabei erklärt sie Begriffe wie Nutztier und Massentierhaltung und verwendet auch Begriffe wie „konventionell, ökologisch und biologisch“. Zwar werden diese kurz erläutert, müssen  aber jüngeren Kinder bestimmt ausführlicher und anschaulicher nähergebracht werden.

Kapitelweise werden auf den folgenden Seiten die Bauernhoftiere Schwein, Rind, Schaf, Ziege und Geflügel sowie ihre Haltung nüchtern und wertfrei vorgestellt. Lena Zeises eindrucksvolle, realistische, „unbunte“ und dadurch besonders eindringliche Illustrationen animieren, sich zunächst ohne Text ein „Bild zu machen“. Zwar zeigen sie durchweg gesunde, gut genährte Tiere, aber auch die Enge, in der diese untergebracht sind und die überhaupt nichts mit artgerecht zu tun hat.

Anschließend widmet sich Lena Zeise kurz dem Thema Tiertransporte, bevor sie den Schlachthof vorstellt.

Es folgt ein Exkurs zur ökologischen Haltung, die den Tieren zwar auch ein Leben im Freien und Auslauf ermöglicht, das aber letztlich auch im Tod durchs Schlachten endet.

Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit tierischen Lebensmitteln sowie solchen, in denen tierische Teile verarbeitet sind wie zum Beispiel Gelatine in Gummibärchen. Hier fordert die Autorin ihre Leserschaft auf, einfach mal einen Tag lang alles genau zu „untersuchen“, was im „konventionellen“ Haushalt so auf dem Tisch landet, und auch der Zutatenliste verarbeiteter Lebensmittel Beachtung zu schenken.

Sollen wir ein Buch rezensieren, in dem jegliche Tierethik außen vor bleibt und der Konsum von Tieren und tierischen Produkten als etwas Gegebenes dargestellt wird? Oder sollen wir es an der Verlag zurückschicken, wie wir es mit etlichen Büchern schon getan haben? Auch wenn wir als veganer Familienblog dem Titel nach einen ganz anderen Inhalt vermutet haben, stellen wir es vor:

Denn erstens soll es vermutlich einfach die Bauernhofrealität als Gegenstück zur Idylle in den sonst üblichen Bauernhof(Bilder-)Büchern zeigen, in denen die Tiere friedlich auf Weiden grasen und glücklich leben. Zweitens bietet es unzählige Möglichkeiten zu verdeutlichen, warum bewusst auf den Konsum tierischer Produkte verzichtet wird / werden sollte. Einige davon sind schon auf dem in Gelbtönen gehaltenen Vorsatz zu sehen und bieten somit einen guten thematischen Ein- und Ausstieg.

Wer also ein Buch sucht, das Kindern ein realistisches Bild der Tierhaltung vermittelt, ohne dabei eine moralische Wertung vorzunehmen, wird hier fündig.

Der Verlag hat uns das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir haben uns zu diesem Buch unsere eigene Meinung gebildet, diese Rezension selbst verfasst und uns dabei weder des Klappentextes noch der Verlagsinformation bedient.

Wir fassen dieses Buch auch als Anregung für Kitas mit eigener Küche auf, die Mittagsverpflegung zu hinterfragen sowie das Thema Bauernhof mit den Kindern realistisch zu erkunden.

ACHTUNG WERBUNG: Zur Verlagsseite geht es hier, zur Leseprobe hier, zum Titel und zur  (lokalen) Bestellmöglichkeit hier. Die Autorin wird hier kurz vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

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