Mister Maxwells Maus – Bilderbuch von F. u. D. Asch

Mister Maxwells Maus – Bilderbuch von F. u. D. Asch

Frank Asch (Text), Devin Asch (Illustration)

Mister Maxwells Maus

36 Seiten

Carl-Auer Verlag  (15.03.2017 )

ISBN: 978-3-8497-0189-5

19,95€

Wie jeden Tag besucht Mr. Maxwell pünktlich um 12.45 Uhr sein Stammrestaurant „Pfote & Kralle“, um zu Mittag zu essen. Hier werden die besten Mäuse der Stadt serviert, wie der Kellner Clyde seinen Gästen beteuert. Normalerweise lässt Mr. Maxwell sich eine tote Maus servieren. Doch heute ist ein besonderer Tag, denn Mr. Maxwell ist befördert worden. Daher gönnt er sich nicht nur eine Vorspeise, sondern bestellt zur Feier des Tages eine lebendige Maus, die er denn selbst erlegen möchte. Schließlich ist der werte Herr ein gestandener Kater in Führungsposition. Der wird doch problemlos eine kleine Maus erledigen können – oder etwa nicht?
Die Maus wird schließlich auf einem Toast serviert und bei ihrem Anblick läuft Mr. Maxwell sogleich das Wasser im Munde zusammen. Doch ehe er die Maus verspeisen kann, beginnt das findige Tier – das sich seinem drohenden Schicksal sehr bewusst ist – den Kater in ein Gespräch zu verwickeln. So gibt die Maus ihm den Rat, noch etwas nachzusalzen und einen Wein zum Hauptgang zu bestellen.
Mr. Maxwell wirkt zunächst irritiert, dann genervt und schließlich auch zusehends beeindruckt von der redegewandten Maus.
Schließlich fällt es ihm zunehmend schwerer, das kleine Tier zu töten, was dieses für eine finale List zur Ergreifung der Flucht nutzt…

Dem vielfach ausgezeichneten Kinderbuchautor Frank Asch gelingt mit „Mister Maxwells Maus“ ein Kinderbuch der anderen Art zum Thema „Tiere essen“. Der erste Impuls beim Vorlesen ist, dass es doch der Natur einer Katze entspricht, Mäuse zu jagen sowie zu töten und dieser tierische Jagdinstinkt keiner moralischen Beurteilung unterzogen werden kann.
Anders als bei Menschen, die moralisch urteilen und handeln können, zur Verteidigung ihres Fleischkonsums aber gerne mit vermeintlicher Natürlichkeit argumentieren und sich so darstellen, als wären sie Löwen, die zum Überleben ihre Beute erlegen müssen.

Durch die Vermenschlichung der Katzen hält Asch seinen Leser*innen den Spiegel vor. Lässt Mr. Maxwell sich sonst tote Mäuse servieren, möchte er sie nun persönlich erlegen. Was ihm schwerer fällt, als angenommen. So dürfte es vermutlich vielen Menschen ergehen, müssten sie all die Tiere für ihre tägliche Portion Fleisch selbst töten.
Am Ende des Buches lässt der Autor die Maus noch einmal persönlich zu Wort kommen, was zum Anlass genommen werden kann, mit Kindern über Situation sowie die Gefühle des kleinen Nagers zu sprechen. Diese lassen sich dann problemlos auf sämtliche sogenannte „Nutztiere“ übertragen, die vermutlich ebenso wenig getötet und gefressen werden möchten wie die Maus.

Das Buch entstand gemeinsam mit Aschs Sohn Devin, der die in blassen, eher dunkel gehaltenen Farben Bilder gezeichnet hat. Die Geschichte spielt scheinbar zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wozu die Farbgestaltung gut passt, erinnert sie doch etwas an schwarz-weiß Filme aus diesen Zeiten.
Die Geschichte wirkt dadurch allerdings auch etwas düster, was ja aber durchaus passend ist, immerhin ist die Handlung leicht schaurig.

Wir empfehlen dieses bittersüße Bilderbuch für kleine und große Leser*innen ab 5 Jahren.

Der Verlag hat uns das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir haben uns zu diesem Buch unsere eigene Meinung gebildet, diese Rezension selbst verfasst und uns dabei weder des Klappentextes noch der Verlagsinformation bedient.

Aus dem Carl-Auer-Verlag haben wir außerdem „Das Krokodil sucht eine neue Heimat“ und „Das große BLABLABLA“ vorgestellt.

ACHTUNG WERBUNG: Zur Verlagsseite geht es hier, zum Titel, zum Blick ins Buch und zur Bestellmöglichkeit hier.

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